Nicht verbandelt > Dulsberger Enthüllungen
Der Dulsberg muss weg!
Heute erinnert sich kaum noch einer an den mächtigen Aufwurf vielleicht einmal vulkanischen Urgesteins, diese fast siebenhundert Meter große Anhöhe, die man weithin nur den alten Dulsberg nannte. Früher aber war das anders.
Zu einer Zeit, in der noch Straßenbahnen das Stadtbild prägten, wo Ampelschaltungen fußgängerfreundlich regelten und es noch keine von Jugendlichen schwarz gebrannten CDs gab (einfach deshalb, weil CDs grundsätzlich noch nicht existierten), da ragte er empor. Na ja, um der Wahrheit genüge zu tun, so monumental erhob sich unser Hügel nun auch wieder nicht, aber er konnte sich schon gut vom restlichen Stadtbild abzeichnen. Die Problematik, einige von Ihnen mögen es bereits erahnt haben, lag in der Namensgebung. Denn unser Dulsberg überragte den Meeresspiegel nur wie gesagt um knapp siebenhundert Meter oder genauer gemessen sogar nur um 666 Meter. Eine merkwürdige Höhe, nicht wahr? Wie auch immer, für die Bezeichnung Berg war der Aufwurf nicht hoch genug - dies analog zum Gesetz über Erderhebungen und Gebirgszüge Schleswig-Holsteins (wurde auch für Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt wortgleich übernommen).
Zuerst jedoch fiel die Brisanz der Namensgebung niemandem auf. Die Bergstraßenbahn fuhr unbeschwert über ihn hinweg und die alleinerziehenden Väter des Vereins der alleinerziehenden Väter e.V. schoben wie eh und je ihre Kinderjogger vor sich her. Auch störte sich keiner der bereits oben erwähnten Jugendlichen weiter an der Namensgebung. Verständlich, dass für immer dieser Zustand nicht bestehen bleiben konnte.
An einem Montagmorgen, in der Nacht zuvor war übrigens Vollmond gewesen, bemerkte Frau Monkel von Monkels Plissee-Annahme aus der Dithmarscher Straße, rechte Seite, die bislang unentdeckt gebliebene Problematik. Bei dem großen Kreuzworträtsel in Blöd für die Frau wollte ihr einfach nicht der Name für ein natürlich gewachsenes Gebilde von mehr als 999 Meter Höhe mit vier Buchstaben einfallen. Also schlug sie im großen Konz für Kreuzworträtsler, der Bibel für geübte Rätselrater nach. Und tatsächlich, sie wurde fündig. Die richtige Antwort gemäß Konz lautete in aller Schlichtheit: Berg.
Und damit kam der Stein, der niemals in Bewegung hätte geraten dürfen, ins Rollen. Denn die darüber sehr aufgebrachte Frau Monkel und mit ihr ihre Kunden, darunter auch zwei Väter der Initiative von Hoppla, jetzt kommen wir!, einer neu gegründeten Untergruppe von Alleinerziehende Väter e.V., fragten sich nun, wenn sich ein Berg erst ab tausend Metern Berg nennen darf, mit welchem Recht nennt sich denn dann der Dulsberg Dulsberg? In aufgeheizter Stimmung kursierte diese und andere Fragen den ganzen Vormittag im Ladengeschäft. Hierbei sei noch angemerkt, dass nach der Hamburger Sturmflut vom Februar 1962, die das Massiv um den späteren Straßburger Platz damals fast überspülte, auf einer eigens auf ihm angebrachten Gedenktafel – neben dem Eingang von Fahrrad-Panther - auch die exakte Höhe des Aufwurfs verzeichnet worden war. Diese Tafel befand sich bis vor kurzem noch an besagter Stelle. Nach den folgenden dramatischen Ereignissen wurde sie jedoch eines morgens und ohne großes Aufhebens seitens der Amtsführung entfernt.
Dirk von Hoppla ... kam als erster auf die im Raum stehende Frage: Wie müsste ihr Höhenzug denn nun richtig heißen? Dulshügel, Hügelduls, Dulsberger Hügel, Weißenburger Hügel, Straßburger Hügel, Dulsberger Anhöhe, Gebweiler Massiv oder - quasi als Antonym - Dulstal? Gute Frage, was also tun? Eine Arbeitsgruppe wurde an Ort und Stelle gegründet und die erste Sitzung abgehalten. Verschiedene Namen für ihr Komitee in Gründung schwirrten durch den Raum und Dirk erklärte sich in diesem Rahmen grundsätzlich bereit, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, verließ aber die Beschlusssitzung vorzeitig, da er noch bei Interstruppi Windeln und Feuchtbabytücher kaufen musste. Die Anteilnahme aller Anwesenden, insbesondere die von Frau Kneselbeck, sollte ihn fortan begleiten.
Frau Drewensen hatte dann die Idee, Dirk könne während seines Einkaufes doch gleich die erste offizielle Befragung durchführen. Dirk nickte leicht genervt, hob dann den Schnuller auf, den Benjamin zum siebzehnten Mal auf den Boden hatte bollern lassen und wischte ihn an der Cordhose sauber. Anschließend stopfte er ihn seinem laut quietschenden Sprössling wieder in den Mund. Mit einem: »... is`gut Leute, geht klar, mach ich«, verließ er dann Monkels Plissee-Annahme. Frau Kneselbeck schmolz sichtlich dahin. Undeutlich hörte man noch das Klackern, das aller Wahrscheinlichkeit nach Benjamins Schnuller verursachte, als er wieder einmal mit dem Straßenpflaster kollidierte.
Dirk hielt Wort. Kurz darauf schon stand er mit Lothar Billig, er hieß wirklich so, dem Filialleiter von Interstruppi in Höhe der Senfgurken und befragte ihn im Auftrag der Gruppe. Herr Billig hatte die Idee, dass ein zu klein geratener Berg vielleicht Bergle heißen könnte. Der Annex le ist eine nicht unübliche Zugabe im badischen Raum und da Herr Billig selbst aus der Gegend stammte, lag das natürlich auch nahe. Nur, wie er darauf dann etwas kleinlaut eingestand, benutzte man diesen Begriff eigentlich nur für ganz, ganz kleine Bergle, Ameisenbergle oder ähnliches. Sie kamen überein, dass die grundsätzliche Frage damit weiterhin ungeklärt blieb.
Der nächste Tag.
In den hinteren Räumen von Monkels Plissee-Annahme wurde die zweite Sitzung abgehalten. Vielleicht ist es an der Zeit, einmal die Mitglieder im Einzelnen vorzustellen: Da war zum einen Dirk von Hoppla, jetzt kommen wir!, Nichtraucher und allein erziehender Vater, dann Herr Numps aus der Dithmarscher Straße 41, Frau Drewensen, die Witwe von Steuerobersekretär Oskar Drewensen, der bereits seit mehr als siebenundzwanzig Jahren verstorben war. Frau Drevermann, nicht zu verwechseln mit Frau Drewensen, hatte das Schuhgeschäft schräg gegenüber. Frau Monkel gehörte selbstverständlich ebenso dazu wie auch Frau Kneselbeck, die mit zweiundvierzigeinhalb Jahren das jüngste Mitglied der Runde darstellte. Dirk wurde da irgendwie nicht zugezählt. Hätte man es, so wäre er es mit sechsunddreißig natürlich gewesen. Die Sitzung endete mit dem Beschluss, ihre Arbeitsgruppe fortan Dulsberger-Komitee zu nennen. Bis auf den immer schon recht oberkritischen Herrn Numps, der anmerkte, dass in dem Wort Dulsberger ja schon der irreführende Begriff Berg vorkäme, zeigten sich alle anderen Mitglieder einverstanden.
Die Idee einer Behördenbefragung wurde ersonnen. Vielleicht, so der Gedanke, ist das Problem dort längsthin bekannt und es wird schon eifrig an einer Lösung gearbeitet. Frau Drewensen war übrigens sehr für diesen Vorschlag. Man einigte sich insgesamt auf folgende Vorgehensweise: Frau Monkel und Frau Drevermann würden eine Befragung ihrer Kundschaft durchführen – das lag irgendwie nahe und ein entsprechender Fragenkatalog war durch Dirk dankenswerter Weise schon erstellt worden. Auf die wirklich sehr anerkennenden Blicke der Gruppe, dabei vor allem von Frau Kneselbeck, antwortete Dirk nur selbstbescheiden: »Ein Soziologiestudent«, Dirk studierte in der Tat seit längerem Soziologie, »denkt halt mit, das ist doch selbstverständlich.«
Herr Numps, Frau Drewensen und Frau Kneselbeck, also der Rest der Truppe, bekamen die Aufgabe, dass für solche Fragen zuständige Amt aufsuchen. Dirk hatte sich angeboten im Internet die richtige Behörde zu ermitteln. Frau Kneselbeck sagte ihm daraufhin spontan jegliche Hilfe zu und bot ihm in diesem Rahmen an, ihren privaten Internetzugang solange wie er es wünsche benutzen zu dürfen, was unter den Anwesenden zu einigen Irritationen führte.
Gesagt, getan, während Frau Monkel und Frau Drevermann – leider nur sehr ergebnisarme - Befragungen bei ihrer Kundschaft durchführten, hatte Dirk einen Termin für den 23. bei einem Herrn Wollberg vom Amt für Denkmalschutz abgesprochen. Frau Kneselbeck verkündete tags darauf sehr überraschend, dafür überaus energisch ihren Austritt aus dem Komitee. Dirk übernahm ihren Platz bei der noch anstehenden Besprechung. Ansonsten hielt er sich aber recht bedeckt, wenn es um Nachfragen bezüglich Frau Kneselbeck ging.
An dem besagten 23. um 10.30 Uhr saßen dann die drei in dem Zimmer von Herr Wollberg, der übrigens ausgesprochen nett war, wie Frau Drewensen fand. Er erinnerte sie doch auch sehr an ihren Oskar. Und auch Dirk und Herr Numps fanden den Beamten durchaus hilfsbereit, nur half ihnen das wenig, denn Herr Wollberg war ausschließlich für den Bezirk Bergedorf zuständig. Als weitere Schwierigkeit kam hinzu, dass das Amt für Denkmalschutz für aus natürlicher Masse angehäufte, innerstädtische Erdhaufen, auch grundsätzlich keine Zuständigkeit besaß, wie Nils, so hieß Herr Wollberg mit Vornamen, noch hinzufügte. Nur, wer es dann war, das wusste auch er nicht.
Und auch die anderen Stellen, Ämter, Behörden, Bergvereine, Genossenschaften, karikative Stiftungen, Finanzämter, Sozialstationen, Stadtteilarchive und Landesvertretungen, die sie nach und nach aufsuchten, waren es nicht. So ging denn mancher Monat und auch manches Jahr ins Land. Das Komitee beschloss und die gegebenenfalls benötigten Adressen brachte Dirk Kneselbeck-Schirmheck (er hatte inzwischen geheiratet) in Erfahrung.
Die dortigen Mitarbeiter zeigten sich zumeist freundlich und zuvorkommend (solange, wie Herr Numps nicht wieder mit seinen merkwürdigen Bemerkungen über Beamte im Allgemeinen anfing). Letztlich aber besaßen sie allesamt keine Zuständigkeit für innerstädtische Erdhaufen und wussten auch nicht, wer sie denn haben könnte. Es war mit einem Wort: deprimierend! Schweren Herzens beschlossen die sechs Mitglieder des Dulsberger Komitees im dritten Jahr ihres Bestehens ihre Auflösung. Es wurde noch einmal eine Abschlusssitzung im Laden von Frau Monkel abgehalten und alle Beteiligten, wozu ja auch Frau Kneselbeck-Schirmheck wieder gehörte, wollten weiterhin in enger Verbindung verbleiben. Bis auf Herrn Numps, der auch sonst allgemein gemieden wurde, lagen sich alle in den Armen und manches Taschentuch wurde bis zu seiner Belastungsgrenze und darüber hinaus angefüllt.
Aber wäre dies alles gewesen, wären sie danach einfach nur nach Hause gegangen und hätten Kaffee getrunken oder Schnittchen gegessen, dann hätte diese Geschichte, die natürlich ebenso wahr ist wie alter Achselschweiß gut riecht oder BILD unparteilich ist, so schön enden können! Alles wäre geblieben, wie es war und ich könnte weiterhin den Kinderjogger vor mich herschiebend auf die Bergstraßenbahn unten am Hang warten. Aber nein, es sollte nicht sein! Schuld daran trug niemand anderes als Dirk! Denn der besaß nämlich die ausgesprochen dämliche Idee, abschließend, nur um den bürokratischen Apparat ad absurdum zu führen, wie er es nannte, eine Anfrage ohne Absender, also anonym, an irgendeine x-beliebige Behörde zu versenden. Und natürlich hatte er diese bereits vorbereitet und mitgebracht. Das Komitee zeigte sich bis auf Frau Drewensen, die leichte Einwände erhob, einverstanden.
Lange Zeit geschah nun nichts. Viele Wochen und Monate irrte dieses Schreiben ziellos zwischen den Behörden umher. Es wurde von der Behörde für Soziales an die Finanzbehörde gesandt, von da aus kam es über unendlich scheinende Dienstwege zur Baubehörde, dann zur Schulbehörde, um danach vorübergehend auf dem Schreibtisch des Herrn Wollberg vom Amt für Denkmalschutz zu landen. Auch er erkannte seine Nichtzuständigkeit und schickte es zurück an die Schulbehörde. Irgendwann landete dieser Brief, der inzwischen übersät war von Eingangsstempeln aller Art und diversen Zusätzen wie Irrläufer oder Zurück an Behörde XY an der richtigen Stelle. Wie das geschah, vermochte letztlich keiner mehr genau nachzuvollziehen, aber es geschah. Frau Jagoda von der Vergabe für innerstädtische Erdanhäufungen, einer ziemlich in Vergessenheit geratenen Abteilung im Amt für Bau und Vertrieb, war tatsächlich zuständig! Wäre sie es mal besser nicht gewesen! Ein Zahnrad fand nun ein anderes und dieses wiederum ein weiteres und gemeinsam, nach endlos erscheinenden Umdrehungen, quälendem Knirschen im Getriebe, gruben sie sich, beinahe sanft möchte man sagen, in die schartigen, rostigen Aussparungen eines größeren dritten Rades und setzten es damit zitternd und polternd in Bewegung. Mit anderen Worten und in einem Satz: Die Amtsmühle begann zu mahlen!
Frau Jagoda übergab den Fall nach sehr eingehender Prüfung der Zuständigkeit an den Sachbearbeiter des Bezirkes I, Herrn Andresen. Da sich Herr Andresen zur Zeit in Elternzeit befand, wurde die Akte, um die es sich nunmehr handelte, an Herrn Johannsen den Sachbearbeiter des Bezirkes II (Hamburger Grenzgebiete und zusätzlich Mühlenberger Loch) weitergeleitet. Herr Johannsen kam zu dem Schluss, dass der Sache wohl nachgegangen werden müsse.
»Wir werden nicht umhinkommen«, meinte er dann während einer Besprechung mit Frau Jagoda, »im Fall des Dulsberger Hügels eine Ortsbestimmungsneuuntersuchung auf den Stichtagswerten vom 01.01.1937, mit vermutlich anschließender Aufschüttung vornehmen zu müssen.« Herr Johannsen drückte sich gerne genau aus.
»Das wird aber teuer«, merkte Frau Jagoda an.
»Ich denke, ich weiß was Sie meinen«, meinte Herr Johannsen. »Aber wer weiß schon, über wie viele Tische das«, er zeigte dabei auf den Brief des Komitees, »da schon gegangen sein mag und wie viele Kopien davon überall in den Sachgebieten aller möglicher Ämter herumschwirren. Wahrscheinlich«, er faltete seine Hände, »wahrscheinlich kommt sogar noch mehr davon, wenn wir nichts unternehmen und«, dabei schob er ihr leicht lächelnd ein Schriftstück mit vier säuberlich angefertigten Durchschlägen über den Schreibtisch, »der Fall ist sowieso schon nahezu abgeschlossen.«
»Nahezu abgeschlossen«, rezitierte sie. »Dann lassen sie mich doch mal schauen.« Sie überflog einige der Zeilen, nickte nach einer Weile zustimmend und zeichnete die Anordnung, um die es sich handelte, schließlich gegen. Ein abgeschlossener oder wenigstens fast abgeschlossener Fall sah immer gut in der Statistik aus. »Ok, Herr Johannsen, gehen Sie also so vor, ich bin damit einverstanden«, mit diesen Worten schob sie die Papiere - vielleicht eine Spur zu rasch, um Unbeteiligt zu wirken - wieder zurück zu ihrem Sachbearbeiter. Anschließend lächelte auch sie leicht.
Die Erstschrift trug die Überschrift: Anordnung einer Ortsbestimmungsneuuntersuchung und gerichtet war sie an die Bezirksverwaltung von Hamburg-Dulsberg. Dass etwas Allgemeingültiges wie eine Namensneubestimmung mit ggf. anschließender Aufschüttung – das stand dann weiter unten - nicht im Entscheidungsbereich des Bezirkes liegen kann, leuchtet sicher ein. Trotzdem herrschte bei der Dulsberger Bezirksversammlung keine schlechte Überraschung, als eines schönen Tages, interessanterweise lag Vollmond erst eine Nacht zurück, eben dieser Verwaltungsakt auf ihren Tisch flatterte - um das einmal etwas blumiger auszudrücken.
Aber um was ging es dabei überhaupt? Diese Frage beschäftigte natürlich auch die Bezirksversammlung. Der Anordnung beiliegend befand sich in Kopie jenes Schreiben, welches dereinst vom Dulsberger-Komitee abgeschickt worden war. Zwar konnte es wegen der vielen Stempel und handschriftlicher Anmerkungen kaum mehr als lesbar bezeichnet werden, aber soviel war trotzdem noch erkennbar, der Verfasser hatte in orthographisch sehr bedenklicher Weise die Frage aufgeworfen, ob sich der Dulsberg eigentlich ein Berg nennen dürfe? Daran anschließend, quasi als Frage, die sich selbst beantwortet, lag eine Abschrift des Amtlichen Anzeigers mit einem Ausriss des Gesetzes über Erderhebungen und Gebirgszüge Schleswig-Holsteins aus dem Jahre 1963 beigefügt. Neben der Zahl 1963 hatte jemand aktuelle Regelung, Stichtag: 01.01.1937, neue Erhebung 2046 geplant geschrieben, vermutlich ein mit Fall betrauter Bearbeiter.
Das Amt für Bau und Vertrieb, Abteilung innerstädtische Erdanhäufungen II, kündigte darauf Bezug nehmend Baumaßnahmen an, mit dem Ziel, den Aufwurf auf mindestens eintausendundeinen Meter ü.d.M. aufzustocken. Und das war natürlich ein Hammer! Als die Sache dann im Mantel der Verschwiegenheit durch den Stadtteil ging, und das ging verdammt schnell, hörten auch die ehemaligen Mitglieder vom Dulsberger-Komitee davon und beschlossen ad hoc ihre Gruppe neu zu formieren. Diesmal jedoch mit dem Ziel, ihren Hügel in alter Höhe zu erhalten. »...denn es kann ja wohl nicht angehen«, wie Frau Monkel mehrmals hintereinander herausprustete, »dass der Amtsschimmel wiehert und unser schöner Berg... bzw. Hügel...«, verbesserte sie sich schnell, noch bevor Herr Numps es schaffte seinen Mund zu öffnen, um zu protestieren. »...also wenn unser schöner Hügel in eine hochalpine Mondlandschaft verschandelt wird! Das ist doch eine Schande!«
Selbst Frau Drewensen, die Beamten gegenüber eigentlich keine Berührungsängste besaß, nickte zustimmend. Nein, so was konnten sie sich nun wirklich nicht gefallen lassen. »Wer sich das wohl wieder ausgedacht hat?«, fragte sie dann aufgebracht in die Runde. „Wäre mein Mann noch bei der Behörde, gäbe es solcherlei Unsinn sicher nicht! Jawohl, eine Schande ist das!“ Bis auf Frau Kneselbeck schlossen sich alle Mitglieder erneut dem Komitee an. Dirk gehörte zwar auch wieder zu der Runde, schloss aber aus, an irgendwelchen größeren Aktionen teilzunehmen, weil er neuerdings bei Hoppla… wieder stark eingebunden war.
Am Dienstag der folgenden Woche kam es dann zum großen Showdown, wie man im angloamerikanischen Bereich zu Abschlussveranstaltungen zu sagen pflegt ...
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