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Motorrad Erfahrungen

 

 

 

Es gibt verschiedene Arten, an ein Motorrad zu gelangen. Die illegalen einmal weggelassen, könnte man vorher gut informiert über die Fachpresse und mit ausreichender Erfahrung an Probefahrten versehen, sich im Austausch mit seinem Partner für die jeweils richtige Maschine entscheiden.

  Derartiges ist professionell und uneingeschränkt zu empfehlen. Man kann aber auch anders vorgehen: Die Vernunft über Bord werfen und alles was da kreucht und fleucht wild ausprobieren. Überwiegend vom Letzteren handelt dieser Bericht. Im Februar 2002 beschlossen wir  – meine damalige Freundin und ich –,  uns wieder ein Moped, genauer gesagt einen 125er Roller, zuzulegen. Wir hatten beide den großen Führerschein und ehedem Motorräder gefahren. Allerdings war bei uns dieses Hobby ein wenig in Vergessenheit geraten. Ich gab meine XS400 schon vor einiger Zeit mangels Lust (und anstehendem TÜV) in andere Hände ab und bei ihr lag die Situation mit ihrer RD250 ähnlich, nur noch ein Weilchen länger zurück. Wenn man es genau betrachtet (und das wollen wir hier einmal tun) beginnt unsere Beschreibung der Ereignisse aber bereits am 31. Januar mit dem Besuch der Hamburger Motorradtage in den Messehallen.

  Interesse an irgendetwas Bestimmtem oder gar Kaufabsichten besaßen wir keine, eigentlich gingen wir nur zur Messe, weil wir nichts besseres vorhatten. Doch es passierte da etwas mit uns: Überall glänzte es, poliertes Metall, Alu und Chrom, wohin man schaute. Der Geruch von frischem Motorenöl, das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das sich ungefragt einstellte, sobald man beim Probesitzen auf einen unbestimmten Punkt ins Nichts schaute und sich vorstellte auf einer einsamen Landstraße vor sich hinzubrummeln. Woran es tatsächlich lag, wird uns wohl auf immer ein Rätsel bleiben (vielleicht hat man uns auch schlicht Drogen in die Cola geschüttet), aber auf jeden Fall geschah etwas mit uns, denn jetzt wollten wir wieder ein Moped und das bald oder am besten sofort.

  Mir waren in diesem Zusammenhang schon öfter die Roller auf Hamburgs Straßen aufgefallen. Die kleinen Dinger sahen nett aus und hobelten gut ums Eck. Vor tausend Jahren hatte ich mal den Film Quadrophenia gesehen und war recht angetan von den dortigen Vespas mit den vielen Spiegeln und anderen Redundanzien gewesen. Auch Stine fand diese Art von Maschinen schön. Damit waren wir in der Fahrzeugfindung schon recht weit gekommen (obwohl erst elf Uhr des gleichen Tages). Es sollte also ein Roller sein, nicht so teuer – man denkt ja sparsam - , ähnlich der Urrollerform und kein Schlaf-Sofa à la Majesty, denn der ist ja nur was für alte Leute und das waren wir mit unseren jeweils 34 Jahren nun bestimmt nicht.

  Eine originale Vespa erschien uns sehr teuer, außerdem war der Sitz nur was für Langbeinige. Stine ist mit 155,5 cm nicht sonderlich hoch verbaut und kam mit den Füßen nicht an die Erde. Dann sahen wir eine Simson Hyper125 in silber-metallic. Das war doch was! Zum Kauf kam es jedoch nie. Das lag weniger an uns, als mehr daran, einen Händler in der Umgebung ausfindig zu machen. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch gut an das Telefonat einige Tage darauf. Ein Händler (?) - er meldete sich mit Gartencenter Sowieso – erklärte mir, dass er in den hinteren Räumen noch eine Simson stehen hätte (aus den Vorjahren). Später erfuhren wir, dass die Hyper125 nie in den Handel kam. Soweit ich weiß, ist das ehemalige DDR-Unternehmen mittlerweile in Konkurs gegangen.

 

Nächster Versuch. Es musste doch ein Roller zu finden sein, der in etwa so aussah wie eine Wespe, aber nicht deren Preis und Sitzhöhe besaß. Die Vespa von Piaggio sollte um und bei 3.200 €  kosten. Was im Vergleich zu späteren Käufen eigentlich schon ein Schnäppchen gewesen wäre. Nach einigen weiteren Telefonaten sprachen wir mit einem freundlichen Yamaha-Händler. Goldgrage, so der im vorderen Bereich geänderte Name, erzählte uns von einem Cygnus XL125 (in schwarz-metallic). Der Preis lag bei 2500 €. Wir also hin und saßen Probe. Es fühlte sich alles gut an. Auch Stine kam mit ihren Piddelfüßchen einigermaßen auf den Boden. Wir wollten dann sogleich eine Probefahrt machen, das lehnte der Händler, immer noch sehr freundlich aber entschieden ab. Er meinte, der Cygnus sei extrem günstig und verkaufe sich auch ohne Probefahrten.

  Aus heutiger Sicht ein Fehler, aber wir ließen uns einwickeln und kauften das Rollerchen quasi blind. Herr Goldgrage – nach wie vor sehr zuvorkommend – erklärte mir auf Nachfrage noch, dass die Maschine um die 100 km/h liefe, gut für Fahrten zu zweit auf der Landstraße wäre und locker 200 Kilometer mit einer Tankfüllung führe. Das würde passen. Wir wollten zusammen fahren und zwar in der Stadt und über Landstraßen, keine Brennerorgien auf der Autobahn veranstalten und ich wollte damit noch zur Arbeit kommen. Vielleicht müsste ich an dieser Stelle erwähnen, dass wir beide nicht unbedingt Leichtgewichte sind, zumindest ich nicht. Ich brachte um die 100 kg bei 1,78 Körpergröße auf die Waage (heute sind es möglicherweise einige Kilos weniger, aber das gehört hier nicht her). Ein Händler muss ja nicht das Auge eines Herrenausstatters besitzen, aber leichte Zweifel hätten ihm schon kommen können, bezüglich der Größe der Maschine und seiner zu transportierenden Passagiere. Vielleicht kamen sie ihm, ich weiß es nicht, aber wenn, äußerte er sie nicht. Um es kurz zu machen, das Ding war für unsere Zwecke weder geeignet noch konzipiert und der Händler bald auch nicht mehr freundlich.

  Schon als ich den Cygnus abholte, hatte ich ein komisches Gefühl. Der Anzug erinnerte mich stark an längst vergangene Mofazeiten, doch alles war neu und man will ja nicht immer gleich meckern. Deshalb rauf auf den Bock und ab Richtung Mundsburg zur Versicherung. Es war der 08.02.2002. Das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite und leichte Freizeitkleidung zum Fahren reichte völlig aus. Irgendwie doch schön, dachte ich ... obwohl, selbst auf dem kurzen Fahrtstück wurde es mir von Meter zu Meter klarer: Das war es nicht, was ich mir erhofft hatte. Auch Stine schien unzufrieden. Sie bemängelte schnell, dass ihr der Tank zwischen den Beinen fehlte und vom Anzug überzeugt war auch sie nicht. Na ja, wir machten ein paar Fahrten zu zweit. Doll ist was anderes.

  Der Cygnus machte allein 88 und mit Sozia ungefähr 77 km/h. An der Ampel kamen wir nur sehr angestrengt vom Fleck Jeder 40-Tonner donnerte mit Karacho an uns vorbei und so weiter und sofort. Nachdem ich auch noch auf dem Weg zur Arbeit liegen blieb, denn der Tank war nach knapp 180 Km bereits leer, reichte es uns dann. Wir gingen noch einmal zum Händler und klagten ihm unser Leid. Da war es dann aus mit der Freundlichkeit und auch das letzte Mal, dass wir dort etwas gekauft haben. Im Nachhinein denke ich, dass er sich an uns eine goldene Nase hätte verdienen können. Er hätte uns nur eine größere Maschine verkaufen müssen, wir besaßen da große Flexibilität, wie sich noch zeigen wird.

  Was also nun? Vor unserer Tür parkte eine Maschine, die wir nicht mehr wollten und die außerdem zur 1000 km-Inspektion musste. Zuerst suchten wir einen anderen Händler auf mit dem Ziel, dort die Überprüfung machen zu lassen. Und wie das Leben so spielt, da zwischen all den großen Motorrädern ruhte er: Ein Honda FES Foresight250 (gebraucht, Baujahr 1998, rot, 3050 €). Er sah aus wie ein rollendes Sofa und war wunderschön (nach den Erfahrungen mit dem Cygnus hatten wir nunmehr andere Vorstellungen von Schönheit und man wird ja schließlich auch älter).

  Wir setzten uns darauf und machten eine Probefahrt. Tolles Gefühl. Der Anzug im Vergleich viel stärker und durch den voluminöseren Tank war auch die Reichweite größer. Die 12-Zöller wirkten zudem um einiges souveräner auf der Straße. Hier stand er also; extra für uns. Anstatt die Wartung für den Cygnus durchführen zu lassen, gaben wir den Haufen in Kommission und nahmen den FES mit. Somit hatte der kleine Roller seine vier Monate mit uns glimpflich überstanden.

 Schon auf der ersten Fahrt nach Hause machten wir nur aus Bock einen Umweg von bummelig 20 Kilometern. Bis auf den fehlenden Mitteltank fand auch Stine die rollernde Couchgarnitur toll. Wäre aber das alles gewesen und wir würden den Foresight heute noch fahren, dann müsste der Bericht vermutlich hier oder auf der nächsten Seite enden, aber obschon der Seitenzahlen können Sie erahnen, so einfach wird es nicht.

  War es dann auch nicht. Noch einmal zurück zum Cygnus. Wenn man unsere Erfahrungen mit ihm liest, unter Umständen als Kaufinteressent, dann muss man wohl den Eindruck gewinnen, auf einem lahmen Esel zu sitzen, der auch noch früh an die Zapfsäule muss. Nun ja, wir hatten diesen Eindruck auch. Aber wir stellten auch die falsche Benutzerschicht dar, denn für das Geld eines teueren 50ccm-Rollers bekommt man hier einen mit 125 ccm. Die Verarbeitung und das Licht ist gut und anspringen tut er auch. Der Verbrauch ist gering (der Tank aber auch, höhö). Wenn man nur in aller Ruhe zum Kleingartenverein oder zum Aldi rollern will, mag die Wahl einer solchen Maschine nicht unbedingt die verkehrteste sein. Allen anderen können wir nur dringend abraten.

  Los wurden wir den Cygnus mit großem Verlust. Keiner wollte das nur 4 Monate alte Gerät haben. Verständlich, denn beim Kauf einer Neumaschine liegt der Zinssatz für Ratenzahlung im Bereich von bummelig 1%. Bei gebrauchten Maschinen dagegen an die 9%. Unterm Strich kommt als Summe dann bei beiden fast dasselbe heraus (90% aller Käufe werden heute per Kredit gemacht, sagte mir mal Heuser). Über eine Versteigerung bei Ebay ging er dann doch noch in andere Hände über. Verlust ca. 1200 €.

  Doch zurück zum Foresight. Letztlich war auch diese Wahl nicht die richtige für uns, wenn auch auf höherem Niveau. Zuerst aber gefiel uns der FES richtig gut. Viele Wochen ging das so. Auch über Winter sind wir gefahren. Es gab da einmal eine Episode, wo ich mir im Dezember nicht sicher war, ob die Straße nun vereist war oder nicht. Um das zu testen, bremste ich etwas stärker. Der FES kam wie immer zum Stehen (vergleichbar mit einem Wurfanker). Gut, dachte ich, ist dann wohl über null Grad. Pustekuchen! Ich stellte den Roller ab und brach mir fast die Knochen, bei all dem Eis um mich herum. Auch Stine fuhr mit ihm (außer im Winter), sogar mit mir hinten drauf als Bremskraftverstärker.

  Wir rollerten hierhin und dahin, besuchten den einen oder anderen, aber nach und nach kamen auch beim FES die unschönen Sachen ans Licht. So dehnte sich die Empfindung von Anzug im zwei Personen Betrieb ins Kaugummiartige (0-100 in 13,9 sec. Solobetrieb, mit Sozius wahrscheinlich 20-25 sec.), die Räder waren doch ziemlich klein und hoppelten unschön auf der Autobahn, die Gabel zu weich und mit der Automatik konnten wir – besonders ich - uns nicht gut anfreunden. Ich glaube, es hatte auch viel mit dem Image des Rollers im Allgemeinen zu tun. Wir fühlten uns nicht für voll genommen, keiner grüßte zurück und jede Schrottschüssel brennerte extra schnell an uns vorbei. Und mit 250ccm konnten wir dem auch wenig entgegensetzen. Ausschlaggebend für den Wechsel auf ein anderes Gefährt war jedoch im Frühling 2003 die frohe Kunde meiner Freundin: »Ich bin schwanger!«, meinte sie lachend und änderte damit unser gesamtes bisheriges Leben. Schlagartig und für alle Zeiten.

  Andere meinten, es wäre nun indiziert, da sich Nachwuchs ankündigte, den Roller zu verkaufen und uns einen preisgünstigen Kombi zuzulegen (entsprechende Führerscheine gab es in ausreichender Menge). Aber das taten wir nicht. Ich argumentierte, wir bräuchten, da wir in der Großstadt wohnen, eigentlich kein Auto. Ärzte sind gut mit Bus und Bahn und Einkaufsgeschäfte zu Fuß in 2 Minuten und weniger erreichbar. Weiter führte ich an, dass bei meiner Arbeitstätte in der Innenstadt keine Parkplätze vorhanden sind, was bedeuten würde, dass dann bei uns Kosten für einen Tiefgaragenplatz hinzukämen – und das nicht zu knapp. Wenn wir uns noch einmal eine Maschine zulegen wollten, meinte ich bei einem Glas Malzbier zu ihr und sah ihr tief in die Augen, dann jetzt. Später wird kein Geld mehr dafür da sein. Ich denke, Stine konnte sich auch nicht mit der Vorstellung, nur noch Hausfrau und liebende Mutter zu sein, die allenfalls zu den Schwiegereltern mit dem Auto fährt, abfinden und deshalb stimmte sie zu. Allerdings mit einer Einschränkung: Es sollte diesmal ein Moped sein, das mehr ihrem Gusto entsprach. Sie liebäugelte mit Choppern; chromglänzenden, motorbetonten, mit tiefem Einstieg versehenden Großmaschinen der Harley-Fraktion. Ich besaß dazu keine negativen (oder positiven) Vorerfahrungen und wehrte mich nicht sehr. Zumal, da es sich überhaupt sehr schwierig gestaltete, wegen unserer Größenunterschiede ein gemeinsam zu benutzendes Zweirad zu finden. Diesmal eine Chopper also. Stine schlug die XV535 Virago von Yamaha vor.  

 Wie denn der Zufall spielt, war das Jahr 2003 das letzte für neu zugelassene Viragos mit diesem Hubraum. Sie erfüllten zum einen die strenger gewordenen Abgasvorschriften nicht mehr und zum anderen war wohl nach 15 Produktionsjahren einfach die Luft raus. Es gestaltete sich recht mühselig, überhaupt noch an eine zu kommen. Schließlich schaffte es unserer Händler. Wir gaben den Foresight in Zahlung - Verlust etwa 1000,- € - und besaßen ab dem 28.08.2003 eine fabrikneue Virago (5.800,-€, schwarzmetallic, zusätzlich mit Packtaschenhalter und Windschild).

  Wir haben auch hier keine Probefahrt gemacht ... Nun, einen Fehler einmal zu machen ist das Eine, aber zweimal den gleichen? Das konnte nicht gut gehen! Irgendwie war von Anfang an der Wurm in der Maschine. Zuerst ging die elektrische Umschaltung von Normal auf Reserve nicht (da blieb ich das erste Mal liegen), dann hakte die Schaltung und der Verbrauch lag viel zu hoch. Zum Vergleich: Der Foresight verbrauchte in der Stadt 4,3-4,6 Liter auf hundert Kilometer. Die Virago soff für die gleiche Strecke knapp 7 Liter – ein Wahnsinn! Damit begann eine Arie von Besuchen beim Händler. Die hakelige Schaltung und den Reseversehahn haben sie schnell in den Griff bekommen, den hohen Verbrauch jedoch nie. Der Höchststand lag bei 7,8 Liter im November. Wenn man dann noch bedenkt, dass der Tank lediglich 12,5 Liter nutzbaren Inhalt besitzt, dann bedeutet das in der Praxis, dass nach 140 Kilometern auf Reserve geschaltet und nach 150-160 Kilometer an die Zapfsäule gefahren werden muss. Ganz toll. Besonders bei 20 Kilometern Fahrtweg zur Arbeit. Es mag ja Leute geben, die fahren sowieso jeden Abend zur Tanke und denen dann die Tankgröße egal ist, Hauptsache genug Bier passt auf den Anhänger, aber dazu gehörten wir nie.

  Zuerst aber kam es zur Trennung von meiner Freundin; denn wir heirateten. Die Zeit davor, dabei und danach verlief relativ problemlos. Irgendwann kam Luna, unsere kleine Tochter zur Welt und zeitgleich bei uns die ersten grauen Haare. Dazwischen erfolgte für die Virago die Anschaffung einer durchgehenden Corbin Sitzbank und verlängerte Soziusfußrasten, damit, wenn ich hinten saß, ich mich nicht mehr wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein fühlen musste. Überhaupt: Chopper sind äußerst ungeeignet für einen Zwei-Personenbetrieb! Stellt sich von außen anders dar, fanden wir auch. Aber längere Strecken auf einem Sitzbrötchen zu verbringen, ist allenfalls bei Mitgliedern der SM-Szene beliebt - und da sicher auch nur bei den wirklich harten. Schade eigentlich, denn Chopper könnten ein schöner Kompromiss für gemeinsam fahrende, unterschiedlich große Paare sein. Damit vergingen die Jahre 2003 und 2004. Die Virago blieb, wenn auch überwiegend aus monetären Gründen.

 

  Im Januar 2005 besuchten wir noch einmal die Hamburger Motorradtage. Wir erwogen nicht ernsthaft, die Maschine zu verkaufen. Der Verlust hätte uns noch größere Löcher in die Taschen gerissen als bereits bei den Vorgängern geschehen. Allerdings gesät war der Keim der Zersetzung längst. Wir hatten etwas Geld geerbt und angefangen, uns Gedanken darüber zu machen, für wen Chopper eigentlich etwas sind und ob wir in dieses Bild passten. Zugegeben, man könnte Überlegungen solcher Art auch am Anfang machen, macht sicher mehr Sinn. Aber mal ehrlich, haben Motorräder immer etwas mit sachlichen Argumenten zu tun? Gut, manchmal schon, aber immer?

 Wir kamen überein, dass bei Choppern der Reiz vor allem darin liegt, Dinge wegzulassen (bedeutet der Begriff ja auch schon). Dinge, die mir unter anderem aber wichtig sind. Zum Beispiel: Drehzahlmesser, Wasserkühlung, großer Tank, moderater Verbrauch, Sitzkomfort auch für den/die Sozius/Sozia. Währendessen sie mit Chrom und überbreiten Reifen Bereiche hervorheben, die mir im Grunde pupschnurz sind. Gut, Stine mag Chrom, aber wie ein Christbaum muss auch bei ihr ein Mopped nicht glänzen. Als Essenz unserer Probleme haben wir uns darauf geeinigt, dass ihr die Virago zu groß und mir sie zu klein ist – neben dem oben aufgeführten Rumgemäkel. Aber was sollte dann kommen (natürlich rein theoretisch gedacht)? Bei Stine ging das sehr schnell: »Kawasaki Estrella«, kam fast wie aus der Pistole geschossen. Dazu später mehr.

  Bei mir gestaltete sich das etwas schwieriger. Der Anspruch war nicht weniger, als die letzte Maschine zu finden, die ich mir je kaufen würde. Über eine mögliche Finanzierung hatte ich mir auch schon mal  - rein hypothetisch - Gedanken gemacht (auf was man nicht alles kommt, wenn man widerwillig auf einem Bock sitzt, bei dem man sich ständig fragt, warum man sich nur solch einen Mist gekauft hat). Also alles noch mal an von vorn! Aber wenn, dann diesmal richtig. Keine Blindkäufe und keine Schnellschüsse mehr ...

 

 

Na, was glauben Sie, wurde das was mit der „ultimativen Maschine“? Oder eher nicht?

Dulsberger Enthüllungen
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